The Tyrants Of Death European Tour 2016

The Tyrants Of Death European Tour 2016 // Suffocation (USA) + Cattle Decapitation (USA) + Abiotic (USA) + Exuviated (LUX) + Infernal Tenebra (CRO) // 14.03.2016 – K19, KasselMontag ist ein streitbarer Tag für Touren. Die Woche beginnt, das Wochenende ist noch nicht ganz verdaut – alle bekannten Vorurteile oder Weisheiten die gegen Montag als Tour-Tag sprechen wurden in Kassel am 14.3. gehörig wiederlegt. „The Tyrants Of Death European Tour 2016“ mit Suffocation als Headliner und Cattle Decapitation als Co-Headliner kam in die Fuldastadt und sorgte für ein brechend volles K19. Bereits vor knapp 3 ½ Jahren schaffte es die Mosh Pit Crew Cassel (MCC) die US-Amerikaner nach Nord-Hessen zu holen und sorgte bereits damals für einen gehörigen Abriss – die Geschichte sollte sich an jenem Montag wiederholen.Das Schlachtfest wurde von den Kroaten der Melodic Death Formation Infernal Tenebra eröffnet. Genretechnisch vielen die Männer um Sänger Darko Etinger aus dem Tour-Bundle zwar deutlich heraus, was allerdings kein Grund war die Band nicht gehörig zu feiern. Trotz des unliebsamen Opener-Slot war spätestens mit dem zweiten Song das Publikum in Bewegung. Haare flogen und der erste Pit wurde eröffnet. Mit ihrem frisch gepressten vierten 2016er Album „As Nations Fall“ wussten die Kroaten das Publikum für dich zu gewinnen. Für Fans des härteren Melodic Death Metal ist diese Band ein echter Geheimtipp.

Mit Exuviated wurde die erste Todessalve auf die Besucher des K19 abgefeuert. Das Quintett aus Luxemburg schlägt einen deutlichen aggressiveren Ton an und Jean-Philippe Sonnet prügelt astreinen Todessound aus seiner Lunge dem Publikum entgegen. Allgemein schafften es die fünf Männer an den Eröffnungserfolg von Infernal Tenebra anzuknüpfen und lieferten eine großartige Performance ab und überzeugten die immer größer werdende Anzahl von Menschen vor der Bühne dank ihrer energiegeladenen Show. Als mit „Under The Black Veil“ der letzte Song der Death Metaller verklungen wurden sie mit einem donnernden Applaus von der Bühne verabschiedet.

Zur Halbzeit wurden die US-Boys von Abiotic ins Rennen geschickt. Die erst im Jahr 2010 gegründete Kapelle zündete eine unfassbar gewaltige Bombe bestehend aus einer progressiven, technischen Deathcore-Variation, die mit zünftigen Slamparts auf voller Länge ein einziges Brett ablieferte. Die fünf Amerikaner rund um Todeskeifer Travis Bartosek, der erst 2014 ins Line Up gekommen ist, sind nicht umsonst unter Vertrag bei Metal Blade Records, was sie mit ihrer Show noch einmal deutlich unterstreichen konnten. Zeitgleich merkte man, dass sie trotz ihrer vergleichsweise noch jungen Bandgeschichte ein enormes Potential demonstrieren konnten. Ihre zahlreichen Tempowechsel sorgten für eine treibende Kraft, die das Publikum immer wieder zu Mosh- und Circle-Pits animierte.

In der Umbauphase nach Abiotic merkte man ganz deutlich, dass mit Cattle Decapitation eine Formation die Bühne betrat, die keineswegs unbekannt ist. 2016 feiern die US-Amerikaner ihr 20 jähriges Bestehen. Mit Alben wie Karma.Bloody.Karma oder Monolith of Inhumanity setzten die Amerikaner neue Maßstäbe im Bereich des US-Brutal-Death Metal. Somit war es auch nicht verwunderlich, dass zahlreiche T-Shirts im Publikum mit dem Logo der Todeskapelle zu erspähen waren. Vor einem bis zum Bersten gefüllten K19 demonstrierten die US-Metaller, warum sie seit 20 Jahren im Buisness sind und warum sie zu den ganz großen ihres Genere gehören. Travis Rayn zeigte wie immer eindrucksvoll, dass er ein enormes Spektrum an gesanglichen Stielmitteln beherrscht – beispielsweise bei „A Living, Breathing Piece of Defecating Meat“ demonstrierte er sein können. Mit einer unglaublich eindrucksvollen Show übertrumpften Cattle Decapitation jede gestellte Erwartung. Insgesamt präsentierten sich die US-Boys in einer top Verfassung und spielten ihr Set gekonnt durch, ohne auch nur einmal Zweifel aufkommen zulassen, dass sie eine eigenständige Institution im Bereich des Brutal-Death Metal sind. Aber auch die genialste Show geht mal vorbei und so verließen die Musiker um Travis Rayn unter langandauernder Ovationen die Bühne.

Obwohl Cattle Decapitation die Messlatte wirklich sehr hoch gelegt hat mit ihrer Show, so wurde es nochmal voller als Suffocation die Bühne betraten. Bis auf Frank Mullen trat Suffocation in einer regelrechten „All-Star-Besetzung“ auf. Alleine mit Guy Marchies und Terrance Hobbs standen zwei regelrechte Urgesteine von Suffocation auf der Bühne. Frank Mullen, der aus beruflichen Gründen höchstwahrscheinlich eher nur noch selten den Weg nach Europa für Touren mit Suffocation finden wird, wurde mehr als nur adäquat von Rick Myers am Gesang vertreten, obwohl man Myers eher als Drummer von Disgorge kennt. Nichts desto trotz war das, was nun auf die Menschen im K19 zukam, mit nichts zu vergleichen. Von dem ersten Song aus präsentierten sich die US-Metaller mit guter Laune und einer absolut gelungen Show. 60 Minuten gaben die Musiker Vollgas und boten einen Mix ihrer Werke und sorgten für mächtige Abwechslung. Von Klassikern wie „Infecting The Crypts“ oder „Pierced From Within“ spielten die Amerika auch Songs wie „Soul To Deny“ oder auch „Entrails Of You“. Von Beginn an gab es kein Kopf der nicht geschüttelt wurde oder kein Arm, der nicht bewegt wurde. Eine volle Stunde brutalster Death-Metal in seiner Roh form wurde mit entsprechender Ausdauer vom Publikum gefeiert. Fans und Bands gaben sich nichts, was die Performance angeht und feierten sich gegenseitig. Travis ließ es sich auch nicht nehmen Publikum, Veranstalter und die Supporter für die gute Leistung des Abends zu loben. Nach viel zu kurzen 60 Minuten verabschiedeten sich die US-Amerikaner und läuteten eine legendäre After-Show-Party ein, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Zuvor kam Travis zu jedem einzelnen der Organisatoren und Helfer und bedankte sich persönlich für die geleistete Arbeit der jeweiligen Person an dem Abend. Eine Geste, die man gar nicht hoch genug loben kann. Vielleicht sollte sich andere Musiker sich daran ein Vorbild nehmen.

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