Rock the Forest – Samstag, 25. Juli 2015, Rengsdorf

Bereits zum 35. Mal organisierten die Rockfreunde Rengsdorf das Rockfestival im Westerwald.Spielten anfangs hauptsächlich regionale Blues- und Rockbands, hat sich das Festival über die Jahre zu einem Kleinod entwickelt, das immer bekanntere Rock- und Metal-Bands in den Wald bei Rengsdorf zieht.Neben dem Headliner Van Canto spielten dieses Jahr die schottischen Pirate-Metaller Alestorm, sowie Zodiac und Silva Diva. Letztere eröffneten den Abend bei leichtem Regen und vor einer noch sehr überschaubaren Zuschauermenge.Mit ihrem deutschsprachigen Metal gelang es der Band um Frontfrau Lizz nicht wirklich, für Stimmung zu sorgen.Die kam zum ersten Mal bei den Münsteranern Zodiac auf.Das erfahrene Quartett begeisterte mit seinem bluesigen Hardrock das Publikum auf dem nun schon recht gut gefüllten Festivalgelände.Pünktlich zum Beginn ihres Sets kam auch die Abendsonne heraus und sorgte für ein zusätzliches Stimmungsplus.Nach einer längeren Umbaupause, die wie auch alle anderen Umbaupausen von dem Singer-Songwriter Thilo Distelkamp musikalisch gestaltet wurde, kam das erste Highlight des Abends: Alestorm aus Schottland.Alestorm mussten kurzfristig ihren angestammten Sänger Christopher Bowes ersetzen.An seiner Statt übernahm der nicht nur stimmgewaltige „Captain JJ“ (Julian Jenkins) die Leadvocals – mit Piratendreispitz auf dem Kopf, sowie dank regelmäßiger „Ölung“ der Stimmbänder durch Captain Morgan und hin und wieder einem Blick auf das iPad (da die Texte wegen der sehr kurzen Vorbereitungszeit von nur zwei Tagen verständlicher Weise noch nicht hundertprozentig saßen) machte er seine Sache ganz hervorragend.Die Stimmung auf der nun gut gefüllten Waldlichtung war vom ersten Ton an bestens. Alestorm zeigten, wie man ein Festivalpublikum mitreißen kann.Tolle Show und klasse Musik: Captain Morgan’s Revenge, Keelhauled, Magnetic North, Shipwrecked… – es wurden Stücke aus allen bisher veröffentlichten Alben gespielt und vom Publikum begeistert aufgenommen.Alestorm haben an diesem Abend sicher einige Fans dazugewonnen.Kurz vor halb zwölf begannen die Headliner Van Canto schließlich ihren Auftritt.Da sich die Band 2015 live rarmacht, waren sogar Fans aus Russland und Frankreich in den Westerwald gereist.Die meisten Festivalbesucher waren schon nachmittags sowohl kleidungsmäßig als auch stimmlich (Rakka-Takka – Motherfucker) als Van Canto-Fans zu erkennen – auch deshalb ließ die Stimmung von Beginn an nichts zu wünschen übrig und Van Canto hatten leichtes Spiel.Inga, Sly, Stefan, Ross und Ike sowie Schlagzeuger Basti dankten es dem Publikum mit einem mitreissenden Auftritt.Die Band war bester Laune und war sichtlich motiviert, eine gute Show abzuliefern.Natürlich gehörten eigene Hits wie Badaboom oder If I die in Battle zum Programm. The Mission wurde – wie häufig – mit Master of Puppets bereichert.Unter den anderen Coversongs des Abends waren Wishmaster und Primo Victoria. Nach einer Stunde war das eigentliche Set dann zu Ende.Van Canto ließen sich jedoch nicht lange bitten und kamen noch einmal für zwei Zugaben zurück auf die Bühne.Finaler Höhepunkt: die großartige Van Canto-Version von Fear oft he Dark – bei Mondschein im Wald von Rengsdorf. Sehr genial.Einziger Wehmut: das Festival hätte sicherlich ein paar Zuschauer mehr verdient gehabt.Aber wahrscheinlich haben sich manche aufgrund des starken Winds und der vergleichsweise kalten Temperaturen von einem Besuch abhalten lassen.Selber Schuld, kann man da nur sagen, ihr habt einen einzigartigen Konzertabend verpasst!Den Rockfreunden Rengsdorf kann man nicht genug danken, dass sie alljährlich ehrenamtlich ein solch tolles Festival, an so einem tollen Ort, mit so tollen Bands bei äußerst fairen Eintritts-, Essens- und Getränkepreisen auf die Beine stellen!

 

 

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