Monster Magnet 2015

Geil war’s. Punkt.Du hast da wirklich nichts verpasst. Tausend Mal gesehen. Dave Wyndorf, ein alter Sack, der sich in eine Lederkutte schmeißt, mit den zur Pommesgabel ersteiften Arthritisfingern ein bisschen Coolnes aus der Luft greift und mit seiner abgelodderten Comicheldentruppe aus lauter Einfallslosigkeit noch mal Last Patrol durchnudeln, statt mit frisch gepressten Songs der Muse Musik zu huldigen. Immerhin ist das Marketing gut, das Plattenrecycling wird als Re-Imagining unter dem Titel Milking the Stars auf die Bühne gebracht.Das Capitol versteckt sich – bei einem Frauenanteil von 1:6 – hinter einer Wand aus Testosteron im besten Alter. Wer hier Bauklötze staunt, hat seinen Bausparvertrag längst abgezahlt, ist noch aus der im-Stehen-Pinkeln-Generation und milked Dir gleich deine Stars mit Sojalatte. Monster Magnet, das ist Kaffe schwarz, das ist

The right stuff.

Dopes to infinity.

Man(n) verschränkt für den Support fachmännisch die Arme.

Man(n) verschränkt für den Support fachmännisch die Arme.Bombus. Das weibliche Sechstel freut sich über die schwedischen Hummeln, mit ihrem heavy duty Bomboozle Bonanza, heavy Metal, hard Rock Kram. Sex sells. Zunächst also egal, was der Benutzer(innen!)freudlichste schwedische Musik-Import da treibt, solange sich der Trizepts dekorativ am Mikrofonständer vergreift. Bombus, a most user friendly band from GBG Sweden, machen irgendwas richtig, das sich erst zum Ende dieses Vorspiels ahnen lässt, schließlich tourt(elt)e die vierköpfige Metalpose bereits mit Bands wie Danko Jones and the Sword. Wer Bombus, die skandinavischen Stecherbienchen übrigens mal live erleben will, sollte seine Blüten beim Rock am Ring oder Rock im Park 2015 knospen lassen.

Und endlich bebt die Unendlichkeit.

Es ist schon gemein, Support für Monster Magnet zu sein. Bombus hätten mit einem achtfachen Salto eine Kerze mit dem Arsch ausblasen können und der Funke wäre nicht übergesprungen, weil das Universum nur für DIE Band den Atem anhielt.

„And the old man is down by the river

Well he gets up and he walks on down

To the spaceship that’s parked at your doorstep

And it’s waiting to take you away now“

Es hilft ja nichts. Du, der Du nicht dagewesen bist, musst jetzt stark sein, denn die Wahrheit ist: Geil war’s. Punkt. Es fällt schwer etwas anderes vorzutäuschen und auch nur halbwegs ernst eine invertierte Augenzwinkerversion dessen zu verfassen, was eigentlich gewesen ist. Dabei ist Verrisse schreiben so einfach. Man holt sich einfach einen auf die kleinsten Schwächen runter, verstreut ein paar Sexismen über den Support, sinniert über Super Size Spacelord und baut den eigenen Vaterkomplex ordentlich aus.

„It’s a cosmic joke those suckers never knew.“

Die Wahrheit ist, selbst wenn Dir eine der Pommesgabeln an diesem Abend die Augen ausgestochen hätte, hätten Dich Monster Magnet in einem sich ständig neu erfindenden Rock-Universum sehend gemacht. Mach die Augen zu und…

Look To Your Orb For The Warning

Twin Erath

I Live Behind The Clouds

Last Patrol

Treibender Rock und Melancholie, sanfte Töne und raue Härte. Wenn man(n) hier was lernen kann, dann wie sich ein bedeutendes Sechstel hier bei einem multiplen Höhepunkt fühlt. Interessanter Weise liest sich die Setlist wie eine Vademecum der eigenen Bandgeschichte. Vom guten Stoff zum Kosmos und schließlich ein Hauch von Vergänglichkeit.

Spine of God

End of Time

Stay Tuned

„Fuck me till I’m dead and I can’t get back

I’ll satisfy my soul on the other side

and smoke my baby out at the end of time“

 Und wenn man(n) weiß wie’s geht, dann lässt er Dich zappeln bis zur Zugabe.

Three Kingfischers

Tractor

 Spaceloard.

3… 2… 1…

„And say oh…“

Text & Bilder: Isabelle Hannemann (Bumbier)

Bombus:

www.bombusmusic.com

www.facebook.com/bombusmusic

 

MONSTER MAGNET 

www.zodiaclung.com

www.facebook.com/monstermagnet

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