Destruction Europe Tour

Destruction Europe Tour // Napalm Death + Brujeria + Power Trip + Lock Up + Übergang // 06.05.2017, K19, Kassel

Am vergangenen Samstag erlebte Kassel was es heißt einen Abriss zu erleben. Ein völlig ausverkauftes K19 erlebte mit die größte Band der Grindcore und Death Metal Welt. Die Rede kann dabei nur von Napalm Death sein. Doch bevor wir zur Krönung kommen, fangen wir von vorne an.

Im Zuge der Destruction Europe Tour beehrten fünf Bands die Stadt an der Fulda. Mit Übergang wurde das Fest eröffnet und die Band gab gleich vor, wie der restliche Abend ablaufen würde. Vollgas, kompromisslos und pure Zerstörungswut. Die Göttinger Jungs sind für einige Shows Supporter der Tour und demonstrierten ihre Qualitäten in Sachen Musik und Power mehr als nur eindrucksvoll. Was für ein gelungener Auftakt.

Noch mehr Energie und Feuer lieferten die Männer von Power Trip. Die US-Boys zündeten mit ihrem eigenwilligen Stil eine richtige Bombe, die jetzt schon kein Stein mehr auf dem anderen ließ. Was will man mehr? Gleich zwei Bands zu Beginn, die die Messlatte für den Rest richtig hoch setzten. Aber was danach kam, wird allen beteiligten Gästen noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Doch eins nachdem anderen. Lock Up betraten die Stage und ein barfüßiger, mit Cowboyhut ausgestatteter Sänger peitschte das Publikum so richtig an. Auch Bassist Shane Embury, den man eher von Napalm Death kennt, gab sein erstes Stelldichein. Und die alten Herren ließen sich von den vorherigen Bands nicht kleinmachen und hauten so richtig auf die Kacke. Jahrelange Bühnenerfahrung zahlt sich eben aus und besonders Sänger Kevin Sharp, der erst seit wenigen Jahren am Mirko ist, lieferte eine so eindrucksvolle Show ab, als wäre er seit Ewigkeiten Teil der Band.

Nun folgte ein richtiges, ab wirklich gewaltiges Highlight der Tour. Die Mexikaner von Brujeria kamen mit vermummten Gesichtern, Macheten und jeder Menge Aggression auf die Bühne. Ihr extremes martialisches Auftreten erinnerte stark an mexikanische Straßengangs. Obwohl das Auftreten mit Macheten nicht für Jeden was ist, feierte das ausverkaufte K19 die Mexikaner total. Und Shane war das zweite Mal auf der Bühne, diesmal allerdings an der Gitarre und nicht am Bass. Grindcore auf Spanisch – das erlebt man wirklich nicht alle Tage. Besonders die Brutal Death Elemente macht die Band auch klangtechnisch sehr interessant. Ein mehr als nur würdiger Co-Headliner!

Und jetzt gab es kein Halten mehr. Napalm Death luden zum Tanz. Nicht nur das Shane zum dritten Mal auf der Bühne am Abend stand, die Männer rund um den quirligen Barny wurden ihrem legendären Ruf mehr als nur gerecht. Von der ersten Sekunde an hatten sie das Publikum auf ihrer Seite – bei einer Band dieser Größe auch kein Wunder. In dem kleinen Club kam ihre Wut aus ihrer Musik richtig zur Geltung! Selbstverständlich vertaten die Männer von der Insel auch hier eine klare Position: F*CK YOU NAZI SCUM! Nicht nur die Ansagen des Frontmannes unterstrichen das, auch ihr Cover von den legendären Dead Kennedys „Nazi Punks Fuck Off“ ließ keinen Zweifel aufkommen: Rechte sind hier eher nicht willkommen. Auch mit Barnys Aussage „Fuck AfD“ verdeutlichte er, was er von Rechtspopulisten hält. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Napalm Death standartmäßig ihrer Show eine politische Note beifügten und das ganze ohne faden Beigeschmack. Gekonnt ist eben gekonnt! Was für ein unfassbar geiles Konzert.

Fotografie: Johanna Edler

Text: Jan E.

 

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