Timor Et Tremor // Album: For Cold Shades

Ganze 4 Jahre ließen sich die Nord Hessen Zeit, um ihr zweites Album auf den Markt zu bringen.
Mit dem Titel „For Cold Shades” (dt. Für kalte Farbtöne) bringen die Mannen, rund um Frontsänger Hendrik Müller, ein absolutes Brett an den Mann. Jeder Song glänzt durch individuelle atmosphärische Parts, zeitgleich wirkt das ganze Album stimmig, da eine generelle düstere Atmosphäre
alles begleitet. Doch gehen wir mal die 8 Tracks durch.

Yearning:
– Das Intro der Scheibe löst sofort Gänsehaust aus. Doomig und hochgradig atmosphärisch
bekommt man einen gesprochenen Part ins Ohr gedrückt. Für ein Intro schon mal eine
zünftige Ansage.

Fen Fire:
– Mit der Ruhe ist es im Nu vorbei. Fen Fire beginnt tempo geladen und mit einer stimmigen Schlagzeug Begleitung. Besonders der Wechsel zwischen treibender Doubel Bass,
Blast Beats und Doom Parts zeigen, was man alles mit einem Schlagzeug anstellen kann. Perfekt abgestimmte Gitarren geben dem Song den ganz besonderen Kick. Schon hier
demonstriert der Sänger, dass sein Gesangsspektrum mannigfaltig ist. Präzise Clean Vocals vereinen sich mit seiner unverkennbaren, rauen Scream Stimme.

Alpha And Omega
– Der Anfang und das Ende. So lässt sich der Titel grob übersetzen. Und knüpft an der Qualität von Fen Fire direkt an. Der dritte Track gefällt besonders, da hier in einer wirklich außergewöhnlichen Form die Atmosphäre des Textes vertont wird. Hier kann man besonders das Zusammenspiel der Gitarristen heraus heben. Die Spuren passen sauber zusammen
und untermalen eindrucksvoll die gesamte Stimmung des Songs.

Oath Of Life
– Genrewechsel gefällig? Bitte sehr. Oath of Life drückt zu Beginn ordentlich auf die Bremse. Ein Track, der zu Beginn eine großartige Doomstimmung aufbaut. Gesanglich ist hier
eine Anlehnung an Peter Steel auszumachen. Der Part wirkt wie ein Vorspiel zu einem düsteren, melancholischen Black Metal Song, was er de facto auch ist. Die Vielseitigkeit
des Songs definiert sich über die zahlreichen Tempowechsel und unterschiedlichen Themen, die in den Melodien aufgefasst werden. Einer meiner persönlichen Lieblings Tracks
der Scheibe.

The Ghost In All That Dies
– Pure Melancholie und das Versagen des Lebens, Endlichkeit und Vergehen – so könnte man den Eindruck beschreiben, den man erhalten kann, wenn man den Track hört. Der
Songs lässt sich quasi in 3 Kapitel unterteilen, die sich alle durch unterschiedliche melodische Parts von einander abheben. Gekonnt wird die düstere Stimmung des Textes wieder
geben – eine perfekte Harmonie aller Instrumente und der erste penetrante melodische Ohrwurm der Platte. Die Melodien kriegt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf.

The Soaring Grudge
– Der aufsteigende Groll könnte ebenso gut auf ihrer ersten Scheibe „Upon The Bleak Grey Fields“ stammen und sticht gerade deshalb aus den restlichen Songs etwas hervor. Er
gleicht einer Hommage an die vergangenen Werke der Band, ist aber von der Qualität auf dem gleichen Niveau der restlichen Tracks der aktuellen Schiebe. Alles in allem ist der
Song geradlinig und ein sehr guter atmosphärischer Black Metal Track, geht aber leider etwas unter.
Ethereal Dome
– Der vorletzte Track der Platte beginnt mit einem langsamen Fade In und baute sich von Sekunde zu Sekunde zu einem brachialen Stück der Schwarzmetallkunst auf. Brachial
nicht im Sinne von brutal, sondern im Sinne der Vielfältigkeit dieser extremen Kunst. Wunderbare melodische Gesangsspuren werden mit tragenden und langsamen Parts in
Szene gesetzt und werden fließend von harten Blast Beats abgelöst. Die Stimmgewalt von Hendrik kommt eben bei den Wechseln zur vollkommen Geltung – absolut großartig!
Pale Faces

– Der finale Track der Scheibe ist nochmal ein richtiges Brett, der wirklich keine Wünsche offen lässt. Die geballte Atmosphäre, die düsterer nicht sein könnte, rundet nicht nur das
ganze Album perfekt ab, sondern setzt nochmal einen oben drauf. Das Wechselspiel mit unterschiedlichen Stimmungen und einem wirklich gelungen Fade Out zeigt eindrucksvoll,
wie sehr die Band in den letzten Jahren gewachsen ist. Will man ein Fazit zu dieser außergewöhnlichen Scheibe ziehen, dann muss mindestens einmal
das Wort großartig drin vorkommen. 4 Jahre warten haben sich mehr als nur gelohnt. Bei einigen Bands findet nach so einer so langen Pause manchmal ein elementarer Bruch statt, Timor Et Tremor hingegen bleiben sich und ihrer Kunst zu 100% treu und haben sich um Längen weiter entwickelt. Besonders das Zusammenspiel aller Instrumente und der Wechselgesang zwischen Clean
Vocals und Scream Parts ist der Wahnsinn. Wer also eine wirklich gelungene Scheibe aus der Sparte des atmosphärischen Black Metal haben will, dem sei diese Schiebe mehr als nur empfohlen.

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